

Akute Mastitis bei der Kuh
Eine akute Mastitis bei der Kuh tritt spontan auf, und sie kann klinisch oder subklinisch sein.
Bei klinischen Fällen zeigt das Tier – je nach Schwere der Erkrankung – Veränderungen in der Milchzusammensetzung, ein geschwollenes, schmerzhaftes Euter bis hin zu Fieber und weiteren Störungen des Allgemeinbefindens. Liegt eine subklinische akute Mastitis bei der Kuh vor, erkennt man dies lediglich am erhöhten Zellgehalt in der Milch. Eine Mastitis liegt vor, wenn sich in einem Milliliter Milch mindestens 100.000 Zellen befinden und man gleichzeitig einen euterpathogener Erreger nachweisen kann.
Erkrankt eine Kuh an einer akuten Mastitis, haben Erreger sämtliche Abwehrmechanismen der Kuh überwunden. Da es hierfür zahlreiche Ursachen gibt, spricht man bei einer Mastitis auch von einer Faktorenkrankheit.
Akute Mastitis erkennen: Welche Anzeichen sind wichtig?
Eine akute Mastitis fällt häufig beim Melken auf. Die Milch kann wässrig wirken, Flocken enthalten, verfärbt sein oder anderweitig verändert aussehen. Auch das betroffene Euterviertel kann warm, geschwollen oder schmerzempfindlich sein.
Wichtig ist außerdem der Blick auf die Kuh selbst. Wirkt sie matt, frisst schlecht, hat Fieber oder zeigt ein deutlich gestörtes Allgemeinbefinden, sollte zeitnah tierärztlicher Rat eingeholt werden.
Milchviehhalter sollten bei einem Verdacht auf akute Mastitis möglichst strukturiert vorgehen: Milch kontrollieren, Temperatur messen, das betroffene Viertel beobachten, die Kuh eindeutig markieren und Auffälligkeiten dokumentieren. Je nach Situation kann auch eine Milchprobe sinnvoll sein.
Behandlung und Antibiotika: fachlich entscheiden
Ob und welche Behandlung bei einer akuten Mastitis notwendig ist, sollte fachlich bewertet werden. Dabei spielen unter anderem der Zustand der Kuh, die Milchveränderung, die Körpertemperatur, der Verlauf, mögliche Erreger und die Bestandssituation eine Rolle.
Antibiotika können je nach Fall notwendig sein. Gleichzeitig ist ein verantwortungsvoller Einsatz wichtig. Werden Arzneimittel eingesetzt, müssen Wartezeiten eingehalten und behandelte Tiere eindeutig gekennzeichnet werden, damit keine Hemmstoffmilch in den Tank gelangt.
Bei wiederkehrenden Fällen lohnt sich zusätzlich der Blick auf das gesamte Eutergesundheitsmanagement: Melkroutine, Melktechnik, Liegeflächen, Hygiene, Zellzahlen und auffällige Einzeltiere.
Chronische Mastitis bei der Kuh
Eine chronische Mastitis kann aus einer subklinischen oder auch aus einer erfolglos behandelten akuten Erkrankung entstehen. Das Allgemeinbefinden einer Kuh mit chronischer Mastitis ist meist unauffällig. Jedoch sind im Drüsengewebehäufig knotige oder strangartige Verhärtungen zu spüren. Dauert die Erkrankung länger an, kommt es zum Gewebeschwund und die Milchleistung geht zurück. Von Zeit zu Zeit befinden sich Eiterflocken in der Milch.
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